Der Besuch mit dem
“Battle of Verdun Website-Team”
 

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Im Juli/August 2003 besuchten wir ein weiteres Mal das ehemalige Schlachtfeld.
Dieses Mal gemeinsam mit dem “Battle of Verdun Website-Team” aus den Niederlanden von
http://www.battleofverdun.nl.
Für Peter und Michiel aus Utrecht bei Amsterdam war es bereits der 10. Besuch in Verdun.

Unsere Ziele waren diesmal u. a. das Dorf Douaumont, der Chapitrewald, Mort Homme (Toter Mann), die Höhe 304, Ravin de la Mort (Todesschlucht), Bezonvaux, Ornes, Fuminwald, Souville-Nase, der Vaux-Berg sowie die deutschen Soldatenfriedhöfe in Azannes, Consenvoye und Hautecourt. Wir tauschten Informationen, Erfahrungen und Eindrücke aus und schossen wieder eine große Anzahl sehr interessanter und bewegender Photos, die hier zu sehen sind.

“Die Haut ward hart wie Leder.
Verwachsen Helm und Haupt.
Liebe, die rote Feder,
hat Sturm des Kriegs geraubt.”

Alfred Hein,
“Eine Kompanie Soldaten in der Hölle von Verdun”, 1930

Der Tote Mann (Mort Homme) und die Höhe 304 (Cote 304)

Nachdem auf dem rechten Maasufer die Offensive steckenblieb, begann auch auf dem linken Maasufer am 06.03.1916 der Angriff. Dies war bereits im Vorfeld der Schlacht von Kronprinz Wilhelm gefordert worden, die Oberste Heeresleitung (OHL) lehnte jedoch ab, da ein zu schneller Fall von Verdun nicht in die Ausblutungsstrategie von Falkenhayn gepaßt hätte. Jetzt war es zu spät und auch auf dem linken Maasufer begann das Sterben. Auf den beiden Hügeln sind mehr als 20000 Soldaten gefallen. Die Zahl der Verwundeten ist unbekannt, dürfte sich aber etwa auf das Dreifache belaufen.
Nach dem Krieg wurden beide Hügel neu vermessen. Dabei wurde festgestellt, das jeder Hügel ca. 7 m niedriger war als vor dem Krieg. Die Artillerie beider Seiten hatte es fertiggebracht, 7 m von jedem der Hügel wegzuschießen. Wir benutzten bei unserem Besuch ein GPS um die Höhe 304 zu vermessen und kamen auf exakt 297 m.

Zum Schutz vor dem dauernden Artilleriebeschuß auf dem Toten Mann wurde ab Sommer 1916 mit dem Bau von Tunneln begonnen. Drei Großtunnel wurden fertiggestellt und erhielten die Namen Bismarck-, Gallwitz- und Kronprinzen-Tunnel.
Der Kronprinzen-Tunnel hatte z. B. eine Gesamtlänge von ca. 1000 m sowie eine Höhe von 2,50 m und eine Breite von 3,50 m. Die Tunnel wurden teilweise mit einfachsten Mitteln durch hartes Gestein getrieben; zum Bau benötigte man etwa 8 Monate. Im Mai 1917 wurden der Kronprinzen- und der Gallwitz-Tunnel eingeweiht, aber bereits im August 1917 wurden die Tunnel von den Franzosen erobert. Mehr als 1000 deutsche Soldaten, darunter viele Verwundete, gerieten in Gefangenschaft.

Das Dorf Douaumont

Bereits während der Einnahme des Forts Douaumont am 25.02.1916 durch Teile des InfReg 24 erhielten die deutschen Truppen gut gezieltes Flankenfeuer aus dem Dorf Douaumont. U. a. befand sich ein Maschinengewehr auf dem Kirchturm. Das Dorf war von den Franzosen zu einer Festung gespickt mit Maschinengewehren ausgebaut worden.

Ab dem 26.02.1916 griffen mehrere deutsche Regimenter das Dorf zum Teil nach Artillerievorbereitung an, jedoch konnte es erst am 02.03. durch das InfRgt 52 eingenommen werden. Mehr als 1000 Franzosen, darunter der verwundete Capitaine (Hauptmann) Charles de Gaulle, gingen in die Gefangenschaft und 15 Maschinengewehre wurden erbeutet. Die deutschen Verluste an Toten und Verwundeten beliefen sich auf über 2100 Mann!
Nach dem Krieg wurde das komplett zerstörte Dorf nicht wieder aufgebaut.

Das französische Maschinengewehr
Hotchkiss Modell 1914 (Kal. 8 mm Lebel).
Die Munitionszuführung erfolgte durch 24- oder 30-Schuß-Ladestreifen. Die Waffe war luftgekühlt.

Das deutsche Maschinengewehr MG 08 (Kal. 7,92 mm) auf Lafette (sogen. “Schlittenlafette”).
Die Munitionszuführung erfolgte über Leinengurte. Die Waffe war wassergekühlt.

Die Hassouleschlucht

Durch die Hassouleschlucht nordöstlich vom Fort Douaumont wurden große Mengen an Versorgungs- und Nachschubgüter für das Fort selbst und die Truppen in den Stellungen transportiert. Es befanden sich auch viele deutsche Artilleriestellungen in diesem Bereich.

Der Chapitrewald (Bois de Vaux Chapitre)

Der Chapitrewald zählt zu einer der Gegenden um Verdun, in der die heftigsten Gefechte stattfanden. Mehrere zehntausend Deutsche und Franzosen sind hier getötet oder verwundet worden. Das Areal liegt genau in dem Dreieck zwischen den Forts Vaux und Douaumont sowie dem Dorf Fleury (sogen. “Rote Zone”). Entsprechend sind auch heute noch, nach fast 90 Jahren, extrem viele Spuren des fürchterlichen Kampfes zu sehen.

Der Vaux-Berg mit dem Fuminrücken und der Vaux-Teich

Über den Vaux-Berg versuchten die Deutschen bereits im März 1916 das Fort Vaux zu stürmen, was ihnen erst am 07. Juni 1916 nach langem und fürchterlichem Kampf gelang, als Commandant Raynal schließlich kapitulierte. Der Fuminrücken war mit Stollen und Unterständen gespickt, die für kurze Ruhepausen und für Material und Nachschub genutzt wurden.
In der Nähe des Dorfes Vaux befindet sich der Vaux-Teich (Etang de Vaux). Damals führte ein schmaler Pfand, als “Todespfad” bezeichnet, über den Teich. Hunderte von Soldaten die diesen Pfad passierten um Wasser zu holen oder das Fort Vaux zu erreichen sind hier gefallen.

Das Infanteriewerk 780 im Lauffeéwald (Abris de Combat VLL)

Im Raum Verdun gibt es dutzende von Bunkern, betonierten Blockhäusern und Infanteriewerken. Stellvertretend für diese soll hier kurz die Geschichte von einem dieser Werke erzählt werden.

Das Infanteriewerk “Abris de Combat VLL”, auf deutscher Seite als “I-Werk 780” bezeichnet,
lag seit Beginn der Schlacht unter schwerem Artilleriefeuer. Am 11.07.1916 wurde das I-Werk nach Beschuß mit 42 cm Mörsern “Dicke Berta” und dem Einsatz von Flammenwerfern durch das InfReg 99 eingenommen. Danach wurden die Räume hauptsächlich von Verwundeten belegt bis sie am 24.10.1916 wieder von den Franzosen zurückerobert wurden.
Nach dem Krieg wurde an den Trümmern eine Erinnerungstafel für die französischen Soldaten, die bei einem 42 cm Volltreffer gefallen waren, angebracht.
(Vielen Dank an
Marcus Massing für die Identifikation dieses Objektes)

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