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Die Bilanz

Die Verluste beider Seiten auf dieser kleinen Fläche sind kaum vorstellbar. Es fielen insgesamt über 262000 Mann, mehr als 600000 wurden verwundet. Nach neueren französischen Schätzungen sollen es sogar über 420000 Tote und über 800000 Verwundeten gewesen sein.
Einmal kamen von einem deutschen Batallion von 600 Mann nur 72 zurück.
Wenn man von einer Gesamtfläche des Kampfgebietes von etwa 80 Quadratkilometern ausgeht, kommen auf jeden Quadratkilometer über 15000 Tote und Verwundete und über 625000 Granaten. Die deutsche Artillerie verschoß nur in den ersten beiden Monaten des Angriffs 8,2 Millionen Granaten. Insgesamt waren es in den ersten 3 Monaten über 20 000 000 (!) Granaten, die von beiden Seiten verschossen wurden!

Beide Seiten kämpften mit großer Tapferkeit und Hingabe, beide Seiten mußten unvorstellbare Strapazen und Leid erdulden, doch die deutschen Soldaten kämpften für ein Phantom. Sie glaubten die endgültige Entscheidungsschlacht zu schlagen.
Das sie nur für einen Täuschungsangriff starben, mit dem General Falkenhayn die Franzosen ausbluten lassen wollte, wußten sie nicht!

Inzwischen ist von verschiedenen Experten und Historikern bestätigt worden, das selbst die Einnahme Verduns durch die Deutschen praktisch nichts am Verlauf des Krieges geändert hätte.
Bis zu 420000 Soldaten starben für absolut nichts! 

Eisernes Kreuz 2. Klasse 1914 - Von Granatsplittern beschädigt

Die deutschen Hoffnungen auf ein Ausbluten des Gegners bei Verdun zerplatzten genauso wie dieses Eiserne Kreuz 2. Klasse 1914, das vermutlich von Granatsplittern beschädigt wurde.
Ein kaum zu übertreffendes Symbol einer verlorenen und sinnlosen Schlacht.
 

Der Reisebericht - Erster Tag

Karte des Kampfgebietes (190 KB)

An einem heißen Samstag im Juli 2001 machten wir uns auf den Weg von Frankfurt nach Verdun, welches wir nach einer Fahrtzeit von ca. 4 Stunden erreichten. Wir folgten der Beschilderung „Champs de Bataille 14-18“, die uns zum ehemaligen Kampfgebiet nördlich und nordöstlich von Verdun führte.

Der erste Punkt unserer Reise in die Vergangenheit war das Fort Vaux, das wir am Vormittag erreichten. Fort Vaux war, neben Fort Douaumont, eines der am heftigsten umkämpften Festungswerke von Verdun.

Nach dem Besuch des Forts Vaux setzten wir unseren Weg durch das ehemalige Kampfgebiet fort und betraten einen Feldweg auf dem wir die heute noch sichtbaren Spuren dieses fürchterlichen Kampfes erblickten. Die Gegenstände sind selbst nach fast 90 Jahren noch relativ gut erhalten.

ACHTUNG! 
Auch nach fast 90 Jahren sind die meisten Granaten immer noch gefährlich!
Ebenso sind die meisten dort verwendeten Sprengstoffe, z. B. TNT, äußerst giftig und es befinden 
sich immer noch Gasgranaten im Gelände!

Der Besitz von Metalldetektoren (obwohl zwecklos, da selbst ein Kompaß in Bodennähe einige 
Grad abgelenkt wird) und Ausgrabungsarbeiten sind in Verdun streng verboten und werden 
hart bestraft! Es sind regelmäßig Streifen der Gendarmerie auf dem Gelände unterwegs!

An einigen Stellen des Kampfgebietes liegen fast mehr Granatsplitter als Steine auf dem Boden.
An manchen Stellen ist die Erde so heftig durch Granaten umgepflügt worden, das es nicht einmal mehr große Steine oder Felsen gibt. Kein einziger Baum im Kampfgebiet ist älter als 50 Jahre!

Unser nächstes Ziel war das Memorial de Verdun mit dem Museum.

Das berühmte Fort Douaumont erreichten wir am späten Nachmittag. Auch hier fand ein heftiger,  monatelanger und für beide Seiten extrem verlustreicher Kampf statt.

Fort Douaumont damals und heute

Nach dem Besuch von Fort Douaumont machten wir uns auf den Weg zu einem der zahlreichen Campingplätze. Für durchschnittlich 10 Euro pro Person und Nacht kann man dort im eigenen Zelt übernachten. Die Campingplätze sind mit Duschen und Toiletten ausgestattet und liegen meistens direkt an der Maas.
Auf dem Weg begegneten uns zahlreiche Soldatenfriedhöfe, die mit ihren weißen, leuchtenden Steinkreuzen Blickfang und Mahnung zugleich sind.
Hier sei noch erwähnt, das sich die Gedenkstätten in und um Verdun ausschließlich aus privaten Mitteln wie Eintrittsgeldern und Spenden finanzieren. Der Besucher sollte nicht zögern, die moderaten Eintrittspreise für die Besichtigung des Museums und der Forts zu bezahlen, das Geld dient auf jeden Fall einem guten Zweck.  
 

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