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Karte des Kampfgebietes (190 KB)

Verdun - Eine Kleinstadt in Frankreich mit ca. 28000 Einwohnern. Es liegt inmitten einer schönen Landschaft direkt an der Maas und ist sicherlich ein attraktives Reiseziel für Touristen.
Aber Verdun ist viel mehr als das!

Verdun - Ein Name, der in den Erinnerungen vieler Menschen regelrecht eingebrannt ist.

Verdun - Ein Ort, der in den Geschichtsbüchern mit Begriffen wie „Blutpumpe“ und „Knochenmühle“ beschrieben wird.

Verdun - Ein Ort, an dem rechnerisch auf jeden Quadratkilometer Kampfgebiet bis zu 15000 Tote und Verwundete und über 600000 Granaten kommen.

Verdun - Ein Ort, an dem Hunderttausende Soldaten im Glauben an ein Phantom in die totale Vernichtung stürmten.

Verdun - Der Schauplatz der größten und sinnlosesten Schlacht in der Weltgeschichte.

Verdun - Das Reiseziel für zwei Mitglieder der RK-Wetterau, die sich dort auf ihre ganz persönliche Spurensuche machten und von deren verblüffenden und schockieren Erlebnissen in Verbindung mit den historischen Hintergründen und Ereignissen hier berichtet werden soll.

Was spielte sich damals in Verdun ab?

Im Dezember 1915 erdachte General Erich von Falkenhayn, der Nachfolger von Generaloberst von Moltke als Generalstabschef, einen Plan, die Franzosen in einer großen Schlacht „weißbluten“ zu lassen.
Für Falkenhayn kamen für diese Schlacht nur Orte in Frage, die für die Franzosen so wichtig waren, das sie diese mit allen Mitteln verteidigen würden. Danach sollten die deutschen Streitkräfte ihren Angriff nach Belieben verstärken oder vermindern, bis die französische Armee ausgeblutet war.
Es standen zwei Orte (Festungen) zur Auswahl; Belfort und Verdun.
Man entschied sich für letzteres.

General Erich von Falkenhayn

Der deutsche Generalstabschef  General Erich von Falkenhayn.
Er erdachte und befahl den Angriff auf Verdun und trat nach dem Mißlingen der Aktion zurück.

Der deutsche Kronprinz Wilhelm. Er führte (auf dem Papier) das Kommando über die 5. Armee, wurde aber von seinem Stabschef General Schmidt von Knobelsdorf bevormundet.

Kronprinz Wilhelm

Verdun war zu dieser Zeit die stärkste Festung Frankreichs und von 40 Befestigungen umgeben, darunter 16 Forts und Zwischenwerke, die mit Maschinengewehren, gepanzerten Beobachtungs-, Geschütztürmen und Kasematten bestückt waren. Die deutsche 5. Armee unter Kronprinz Wilhelm von Preußen sollte den Angriff durchführen. Der Name des Kronprinzen als zukünftiger deutscher Kaiser sollte mit einem großen Sieg verbunden werden.

Ab Januar 1916 liefen die Vorbereitungen für den Angriff. Es wurden Truppen und über 1200 Geschütze auf engstem Raum um Verdun zusammengezogen.
Die Aktion trug den Decknamen “Gericht”. Dieses “Gericht” sollte während der Schlacht allerdings die Truppen beider Nationen für schuldig befinden und zermalmen.

Am Montag, den 21. Februar 1916 begann mit einer 38 cm Granate, die um Punkt 8:12 Uhr auf die Stadt Verdun abgeschossen wurde, der Angriff. Danach eröffneten über 1200 deutsche Geschütze aller Kaliber das Feuer auf die Stellungen des Gegners und auf das Hinterland. Auf der Seite der Franzosen brach die Hölle los. Am Nachmittag, als auch etwa 150 Minenwerfer am Beschuß teilnahmen, erreichte das Feuer seinen Höhepunkt. Die Landschaft wurde zigfach umgepflügt. Tausende von Granaten und Schrapnells zerhämmerten ganze Wälder und Ortschaften. Ganze Landstriche wurden in eine Mondlandschaft verwandelt, Personal und Material in Fetzen gerissen.

Um 17:00 Uhr rannten die deutschen Sturmtruppen mit aufgepflanztem Bajonett, leichtem Gepäck und besonders viel Munition, Handgranaten und Flammenwerfern gegen die französischen Stellungen an.
Doch t
rotz der massiven Artillerievorbereitung hatten viele französische Soldaten überlebt und hielten tapfer Ihre Stellungen. Der deutsche Angriff kam zum Stillstand und es wurden nur relativ geringe Geländegewinne erzielt, auch gab es die ersten Verluste, da die Franzosen an einigen Abschnitten sogar zum Gegenstoß ansetzten und sich die französische Artillerie langsam bemerkbar machte. Die schwersten Kämpfe fanden im Caureswald statt, wo die Jäger unter LtCol Driant heftigen Wiederstand leisteten. Driant fiel im Kampf.

Am nächsten Tag wurde der deutsche Angriff nach erneuter Artillerievorbereitung fortgesetzt doch auch an diesem Tag, dem 22. Februar, wurden keine entscheidenden Geländegewinne erzielt. Erst am 24. Februar wurden mehrere Dörfer und Waldstücke eingenommen.
Am 25. erreichten die Deutschen das Fort Douaumont, das die stärkste Festung im Raume Verdun war. Soldaten des Infanterie-Regiments 24 kämpften sich bis an das Fort heran und begannen, obwohl sie keinen Angriffsbefehl dafür hatten, in das Fort einzudringen.
Da das Fort nur eine sehr kleine Besatzung hatte und man von einer Verteidigung von außen her ausging, gelang es den Deutschen noch am selben Tag die stärkste Festung Verduns einzunehmen. Vor dem Dorf Douaumont kam der Angriff jedoch zum Stillstand. Trotz hoher Verluste hatte Falkenhayn den ersten Teil seines Planes in die Tat umgesetzt, die Franzosen begannen, mehrere Divisionen in den Raum Verdun zu verlegen (am Ende der Schlacht waren 85 franz. Divisionen dezimiert worden) und die Deutschen Truppen hatten einige Geländegewinne erzielt.

Das Kampfgebiet um die Forts Douaumont und Vaux

Die Karte des Kampfgebietes auf dem östlichen Maasufer.
Die breite Linie zeigt die vorderste deutsche Frontlinie Ende Juni 1916 an.
 

General Henri Philippe Pétain

Am 26. Februar wurde der franz. General Pétain, der bei seinen Soldaten sehr beliebt war, zum Oberbefehlshaber der Verdun-Front ernannt. 
Pétain wurde im Zweiten Weltkrieg als Verräter betrachtet, da er die sogenannte “Vichy-Regierung” ins Leben rief und sich damit Adolf Hitler unterwarf. Man verurteilte Pétain nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode, wandelte die Strafe jedoch in lebenslange Verbannung um. Pétain verbrachte den Rest seines Lebens auf der Atlantikinsel Ìle d’Yeu wo er 1951 starb und begraben wurde. Bis heute ist für ihn, gemäß seinem letzten Willen, ein Grab im Gebeinhaus von Verdun vorgesehen und bis heute gab die französische Regierung keine Erlaubnis, ihn dorthin umzubetten.

Am 2. März 1916 gelang es den Deutschen unter schweren Verlusten, endlich das Dorf Douaumont einzunehmen, von dem inzwischen nur noch ein Haufen Trümmer übrig war. Bis zum 8. März stürmten die Deutschen gegen das Fort Vaux an, das südöstlich von Douaumont lag, erreichten aber gerade einmal die Drahtsperren vor dem Fort und gruben sich ein. Die Truppen unter Commandant (Major) Raynal kämpften mit größter Tapferkeit und Entschlossenheit. Raynal ließ sich sogar von einem Soldaten, der Tischler war, ein Grabkreuz mit seinem Namen herstellen.
Auch hier erhielten die Truppen sehr schwere Verluste und ganze Regimenter verbluteten.
Bis zum 1. März waren im Raum Verdun über 25000 deutsche Soldaten gefallen oder verwundet!
 

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