|
Verdun war zu dieser Zeit die stärkste Festung Frankreichs und von 40 Befestigungen umgeben, darunter 16 Forts und Zwischenwerke, die mit Maschinengewehren, gepanzerten Beobachtungs-,
Geschütztürmen und Kasematten bestückt waren. Die deutsche 5. Armee unter Kronprinz Wilhelm von Preußen sollte den Angriff durchführen. Der Name des Kronprinzen als zukünftiger deutscher Kaiser sollte mit einem großen Sieg
verbunden werden.Ab Januar 1916 liefen die Vorbereitungen für den Angriff. Es wurden Truppen und über 1200 Geschütze auf engstem Raum um Verdun zusammengezogen. Die Aktion trug den Decknamen “Gericht”. Dieses
“Gericht” sollte während der Schlacht allerdings die Truppen beider Nationen für schuldig befinden und zermalmen.
Am Montag, den 21. Februar 1916 begann mit einer 38 cm Granate, die um Punkt 8:12 Uhr auf die Stadt Verdun
abgeschossen wurde, der Angriff. Danach eröffneten über 1200 deutsche Geschütze aller Kaliber das Feuer auf die Stellungen des Gegners und auf das Hinterland. Auf der Seite der Franzosen brach die Hölle los. Am Nachmittag, als auch
etwa 150 Minenwerfer am Beschuß teilnahmen, erreichte das Feuer seinen Höhepunkt. Die Landschaft wurde zigfach umgepflügt. Tausende von Granaten und Schrapnells zerhämmerten ganze Wälder und Ortschaften. Ganze Landstriche wurden in
eine Mondlandschaft verwandelt, Personal und Material in Fetzen gerissen.
Um 17:00 Uhr rannten die deutschen Sturmtruppen mit aufgepflanztem Bajonett, leichtem Gepäck und besonders viel Munition, Handgranaten und
Flammenwerfern gegen die französischen Stellungen an. Doch t rotz der massiven Artillerievorbereitung hatten viele französische Soldaten überlebt und
hielten tapfer Ihre Stellungen. Der deutsche Angriff kam zum Stillstand und es wurden nur relativ geringe Geländegewinne erzielt, auch gab es die ersten Verluste, da die Franzosen an einigen Abschnitten sogar zum Gegenstoß
ansetzten und sich die französische Artillerie langsam bemerkbar machte. Die schwersten Kämpfe fanden im Caureswald statt, wo die Jäger unter LtCol Driant heftigen Wiederstand leisteten. Driant fiel im Kampf.
Am nächsten Tag wurde der deutsche Angriff nach erneuter Artillerievorbereitung fortgesetzt doch auch an diesem Tag, dem 22. Februar, wurden keine entscheidenden Geländegewinne erzielt. Erst am 24. Februar wurden mehrere Dörfer und
Waldstücke eingenommen. Am 25. erreichten die Deutschen das Fort Douaumont, das die stärkste Festung im Raume Verdun war. Soldaten des Infanterie-Regiments 24 kämpften sich bis an das Fort heran und begannen, obwohl sie keinen
Angriffsbefehl dafür hatten, in das Fort einzudringen. Da das Fort nur eine sehr kleine Besatzung hatte und man von einer Verteidigung von außen her ausging, gelang es den Deutschen noch am selben Tag die stärkste Festung
Verduns einzunehmen. Vor dem Dorf Douaumont kam der Angriff jedoch zum Stillstand. Trotz hoher Verluste hatte Falkenhayn den ersten Teil seines Planes in die Tat umgesetzt, die Franzosen begannen, mehrere Divisionen in den Raum
Verdun zu verlegen (am Ende der Schlacht waren 85 franz. Divisionen dezimiert worden) und die Deutschen Truppen hatten einige Geländegewinne erzielt. |