Erfahrungsbericht vom Lehrgang „Fliegerabwehr für Unteroffiziere“

Allgemeines:

Art: Wehrübung (12 Wehrübungstage)

Datum: 03.07.  14.07.2000

Ort/Einheit: Fla-Schießplatz Todendorf der Heeresflugabwehrschule; IV. Inspektion

Abschluß: nur Lehrgangsnachweis

Teilnehmer: 24, davon 7 Reservisten

Heeresflugabwehrschule, Rendsburg und Todendorf

Ablauf:

1. Lehrgangstag (Montag): Anreise bis 19:00 Uhr. Meldung beim UvD. Zuweisung der Stuben (Reservisten und aktive Feldwebeldienstgrade bekamen Ein-Mann-Stuben mit Waschbecken).

2. Lehrgangstag (Dienstag): Begrüßung und Einweisung in den Lehrgang durch die Fachlehrer (1 Hauptmann und 1 Hauptfeldwebel); Begrüßung durch den Inspektionschef (Oberstleutnant); 
Unterricht im Hörsaal: Grundlagen der Fliegerabwehr aller Truppen; Waffen zur Fliegerabwehr; Verwundbare Stellen von Luftfahrzeugen; Verschiedene Statistiken der Verluste von Flugzeugen durch Fliegerabwehrwaffen (bis 20 mm) im Korea- und Vietnamkrieg sowie im ehem. Jugoslawien.
Sport (AMILA-Lauf, Fuß- oder Basketball).

3. Lehrgangstag (Mittwoch): Unterricht im Hörsaal: Einsatz von Fla-Waffen; Gliederung der Heeresflugabwehr und Flugabwehr der Luftwaffe; Vorstellung der verschiedenen Lafetten für das MG3 zur Fliegerabwehr vom selbstgebauten „Fliegerpfahl“ über das Fliegerdreibein und die verschiedenen Drehkränze bis zur Zwillings-Sockel-Lafette „ZwiSoLa“ der Luftwaffe; Sicherheitsbestimmungen für das Schießen allgemein sowie speziell für Todendorf; Verwendung des Fliegerabwehrvisiers des MG3; Kampfentfernungen der Fliegerabwehrwaffen, Entfernung für Feuereröffnung und EKW (Entfernung in der Kartenebene zum geloteten Wechselpunkt. Im Wechselpunkt befindet sich das Flugziel direkt über der eigenen Stellung oder auf gleicher Höhe).

Schießen der MG-V1-Fliegerabwehr-Vorübung mit dem MG3: 30 Schuß in kurzen Feuerstößen auf die Hubschrauberscheibe, Entfernung 25 m, Erfüllt mit 2 Treffern auf 2 Zielen. Anschließend Waffenreinigen im Reinigungsraum.

4. Lehrgangstag (Donnerstag): Unterricht im Hörsaal: Einsatzgrundlagen für den Luftraumspäher; Bereitschaftsgrade der Fliegerabwehr; Prioritäten der Fliegerabwehr.
Sport (AMILA-Lauf, Fuß- oder Basketball).

Fliegerabwehrschießen der MG-S1-FlgAbw mit dem MG3 vom Drehkranz des 2to Unimog und Fliegerdreibein auf den Schleppsack, der hinter einem Flugzeug (Pilatus) an einem 1200 m langen Seil hängt. Der Schleppsack besitzt Sensoren, die jedes Geschoß im Umkreis von 8 m um den Sack registrieren. Geschossen wird pro Durchgang/Überflug mit einem 40-Schuß-Gurt in EINEM Feuerstoß! Anschließend Waffenreinigen.

5. Lehrgangstag (Freitag): Unterricht im Hörsaal: Grundlagen der Luftfahrzeugerkennung (LE) mit Hilfe der Computerunterstützten Ausbildung CUA.

Fliegerabwehrschießen der MG-S1-FlgAbw vom 2to Unimog. Waffenreinigen.
Dienstschluß gegen 11:30 Uhr. Das Wochenende war frei.

6. Lehrgangstag (Montag): Unterricht im Hörsaal durch einen Tornado-Piloten der Luftwaffe über die Wirkung von Geschossen auf ein Flugzeug sowie die Grundlagen des Luftangriffes und den Tiefflug.

Schießen der MG-S3-FlgAbw mit zwei Schleppzielen an 1200 m und 1400 m langen Seilen. Bekämpfung ebenfalls mit einem 40er Gurt, der entsprechend auf beide Ziele eingeteilt werden mußte. Waffenreinigen.

7. Lehrgangstag (Dienstag): Unterricht im Hörsaal: Luftfahrzeugerkennung; Stellungen für Fliegerabwehrwaffen und deren Einsatz. Einsatz der Waffen im Rundum- und Sektorenschutz.

Schießen der MG-S1-FlgAbw und Waffenreinigen.

8. Lehrgangstag (Mittwoch): Vorbereitung und Einweisung in die Fliegerabwehr-Gefechtsübung. Durchspielen des Ablaufes der Übung.
Sport (AMILA-Lauf, Fuß- oder Basketball).
Einweisung in die Feldkanone FK20 20 mm.
Vorführung des Flak-Panzers Gepard im scharfen Schuß auf den Schleppsack.

Schießen der MG-G1-FlgAbw: Es wurde vom 2to Unimog aus drei verschiedenen Stellungen vom Drehkranz wechselweise auf eine Hubschrauber-Klappscheibe und den Schleppsack geschossen. Munition: 1 Gurt mit 120 Schuß! Anschließend großes Waffenreinigen im Reinigungsraum.

9. Lehrgangstag (Donnerstag): Erkundung von Stellungen für Fliegerabwehrwaffen im Kreis Panker/Todendorf/Hohwacht. Beschreibung der Stellungen und Wechselstellungen entsprechend der Lage. Lageabhängige Geländebeurteilung und -besprechung.

10. Lehrgangstag (Freitag): Unterricht im Hörsaal: Ergebnisse und Nachbereitung der Erkundungsübung. Anschließend Übergabe der Lehrgangsnachweise und Verabschiedung. Tausch der Bettwäsche sowie Reinigung und Übergabe der Stuben.

Bemerkungen: Der Lehrgang „Fliegerabwehr für Uffze“ war sehr interessant und abwechslungsreich aufgebaut. Die Grundlagen der Fliegerabwehr wurden sehr anschaulich rübergebracht, besonders für Heeressoldaten mit „Infanteriedenken“ sind diese Grundlagen sehr ungewöhnlich und neu, da Fliegerabwehrwaffen meist direkt auf offenem Feld ohne größere Tarnung in Stellung gebracht werden. Die Devise „ Feuerbereich geht VOR Tarnung“ ist eine dieser Grundlagen. Der Standort Todendorf (direkt an der Osteseeküste in der Kieler Bucht) ist alleine schon einen Besuch wert! Die Strände von Schönberg und Weißenhaus sind in unmittelbarer Nähe, ebenso das Marine-Ehrenmal in Laboe und das U-Boot-Ehrenmal in Heikendorf. Kiel ist ca. 30 km entfernt.